Erkenntnis

  1. 01

    Die Veden als pramāṇa

    Die Veden gelten als Erkenntnisquelle, besonders für parāvidyā — jenes Wissen, das sich nicht empirisch prüfen lässt: die Existenz Brahmans, die mahāvākyas, das karma siddhānta.

Wirklichkeit

  1. 02

    Brahman

    Brahman besteht dauerhaft als absolutes, ungeteiltes Bewusstsein. Hindus sind darin brahmavādins — im Unterschied zu den ātmavādins (Jainas) und den anātmavādins (Buddhisten).

  2. 03

    Vyakta und avyakta

    Brahman durchdringt alles Erscheinende (vyakta) und ist zugleich der Ursprung dessen, was noch nicht erschienen ist (avyakta).

  3. 04

    Die darśanas

    Die philosophischen Systeme beschreiben das Verhältnis von Īśvara als paramātmā, ātman als jīvātmā und jagat, der stofflichen Schöpfung — alle drei Erscheinungsformen Brahmans.

Weg

  1. 05

    Karma siddhānta und Wiedergeburt

    Der ātman wird wiedergeboren als Folge des karma siddhānta: Handlungen haben Wirkungen, und wir tragen die Verantwortung dafür vollständig. Mokṣa ist das Endziel.

  2. 06

    Die vier puruṣārthas

    Das Leben wird an vier Zielen ausgerichtet: dharma, artha, kāma und mokṣa. Keines ersetzt die anderen.

  3. 07

    Dharma

    Dharma ist das ethische und zugleich natürliche Gesetz, das die Welt trägt und rechtes Handeln leitet.

  4. 08

    Mehrere Wege

    Verschiedene Wege führen zu mokṣa — insbesondere bhakti, karma, jñāna und rāja yoga. Ihre Gültigkeit steht nebeneinander, nicht gegeneinander.

Praxis

  1. 09

    Sādhana

    Was die Überlieferung aussagt, lässt sich durch Praxis verwirklichen — nach der Anleitung der śāstras, etwa der Yogasūtras oder der Bhaktisūtras.

  2. 10

    Die devatās

    Es gibt eine Vielzahl von devatās als besondere Erscheinungsformen Īśvaras beziehungsweise Brahmans.

  3. 11

    Ikonographie

    Eine ausgearbeitete Bildsprache stellt die devatās dar — nach den Eigenschaften, die sie verkörpern, und dem Segen, den sie gewähren.

Gestalt

  1. 12

    Aufnahme des Örtlichen

    Der Hinduismus ist ein Rahmen, der örtliche Bräuche nach deśa und kāla in sich aufnehmen kann (mārga) und dabei für die Menschen vor Ort bedeutsam bleibt.

  2. 13

    Ehrfurcht vor der Natur

    Durch Philosophie wie durch gelebte Praxis prägt der Hinduismus eine tiefe Achtung vor Flüssen, Bergen, Wäldern und Tieren.